N.A. EICHLER

N E U E S  V O M
R A U M S C H I F F
E R D E


Eine Textoper in 7 Klangbildern






*  *  *  *  *






Inhalt


1. LICHTWIESEN & AUGENWEIDEN

2. BOTSCHAFT AUS DEM ALL

3. DER GROSSE SUMMENDE GOTT

4. LEBEN IM STAHL-GLAS-PARADIES

5. KULTUR DER KULTE

6. ALLES KLAR ZUR APOKALYPSE

7. IM MORGENROT DER NEUEN ZEIT






*  *  *  *  *






1. Gesang

LICHTWIESEN & AUGENWEIDEN


1

Aus den leuchtenden Tiefen des Universums,
aus zeitlosen Räumen und lautlosen Träumen,
aus unendlichen Weiten und ewigen Zeiten
dringt sanft, mit leiser, beständiger Urgewalt
eine Botschaft in unser Denken, unser
inneres Ohr, dringt ein
und will nicht mehr weichen:
Das All, unergründlich strahlende Sternenheimat,
kosmische Sehnsucht der Erwachenden hier und dort
und überall auf diesem alten Sonnentrabanten,
erwartet die Heimkehr
seiner planetarischen Kinder...


2

Aus Milliarden Galaxien kommen sie jetzt,
aus Milchstraßen und Sternennebeln,
aus Sonnensystemen und Umlaufbahnen,
brechen auf, streben einzeln
oder Hand in Hand
der Vater-Mutter-Sonne zu, die vollendet
und schön und unverändert
im beständigen Wandel der Gestirne
und Monde und Planeten ihr Licht
bis in die fernsten Winkel strahlt,
seit Jahrmillionen, durch Zeiten
und Weiten, durch unbekannte
und vertraute Dimensionen.

Siehst du den endlosen Reigen
kosmischer Tänzer auf den
galaktischen Bühnen des Lebens ?
Sterne wie Sand, die erblühen
und leuchten
und verglühen
im Samtblau der ewigen,
unberechneten Nacht. Laden dich ein
zum Besuch in längst
vergessenen Gärten,
zum Bleiben...


3

Kein Schleier, kein Geheimnis
verhüllt die schillernde Schönheit,
kein Schatten bedeckt
die kosmische Wirklichkeit.
Komm und tanz mit
in den blauen Gärten, festlich geschmückt
mit Leuchtketten und lila Lampions,
auf Lichtwiesen, durch Täler, über
Hügel, unter tausend Sonnen, eingewebt
im transzendenten Teppich, der Raum
und Zeit überzieht.

Siehst du die farbigen Flüsse
und Seen, die heute Nacht
deinem Gedächtnis entspringen ?
Erinnerst du dich deiner
Herkunft, der goldenen, unbegrenzten
Straßen aus Licht, der
wasserhellen Bäche, die eines
Menschen Ungeschick
nie trübte ?


4

Komm mit! Ich schenke dir
ein Venus-Diadem, ein
Mondstein-Medaillon und einen Kelch
aus Meteor-Kristall, aus dem wir
Wein und Honig trinken, an Quellen
wo die Götter einst
Rast machten auf dem Weg
zur Sonnenstadt.

Keine galaktischen Stürme, kein
peitschender Kometenschweif sollen dich
berühren, dir ein Leid zufügen
auf der Reise zu dir selbst.
Ungeträumte Engel
mit gläsernen Flügeln, Lichthaar
und diamantenen Augen
behüten und begleiten dich,
bereiten dich ...


5

"Das Paradies", mit funkelnden Bäumen
und Wiesen aus Licht, mit Kräutern
und Sträuchern,an denen
reines Wissen wächst, mit Tälern
voll Honig und Straßen
aus kühler Milch, mit Hügeln
aus Musik und Blumen wie Sonnen,
erwartet dich zurück
aus den Irrgärten der Welt,
dem Spiegelkabinett
deines Gedächtnisses...






*  *  *  *  *






2. Gesang

BOTSCHAFT AUS DEM ALL


1

Gedanken wie Sonnen,
Gefühle wie Sterne
in ewigen Landschaften
aus Licht. Und doch
nur Erinnerungsnebel in den
Köpfen der Schläfer. Zu lange
schon, viel zu lange leben sie
ihren tödlichen Traum, gefangen
in Regeln und Lügen und
Hilfswirklichkeiten, geblendet
von Stahl und Fortschritt und
Profitmaximierung, blind und taub
für die Botschaft vom Paradies.
In den eigenen Schatten geschnallt,
kennen sie sich selbst
nicht mehr. Knechte
ihrer fünf niederen Sinne sehen,
riechen, fühlen, hören, schmecken,
ahnen sie nichts. Verwoben
in Dogmen und Mythen und
Glaubensbekenntnissen einer längst
vergangenen Zeit, verirrt
in kleinkleinen Hintergedanken und
selbsterzeugten Nebengeräuschen.
Wie sind sie nur,
wie sind sie nur.


2

Galaktische Botschaften, kosmisch
kodiert, aus der sprachlosen Ruhe
des Raums, erreichen
eine sterbende Menschheit. Sie sagen ihr
absolut nichts.
Botschaften von Lachen und Liebe und
lichtvollem Leben - und
eine Generation, ertränkt in
Zweifel und Lärm und akuter Apathie.
Botschaften, leicht lesbar, von Frieden
und kosmischer Harmonie - und eine
Generation rastlos rotierender Menschen,
mit vermüllten Augen und verminten Hirnen,
verweigert die Entschlüsselung
im Vertrauen auf Einmaleins
und alphabetische Reihenfolgen. Verwirrt
von Ursachen und Wirkungen und
Nebenwirkungen, zählt sie die
Wahrscheinlichkeit kosmischen Lebens
an ihren fünf Fingern ab.


3

Und doch ist ein Gerücht
entstanden auf diesem alten
Sonnentrabanten, das Gerücht
von Raumfahrt und Menschenmacht
und stellarer Herrschaft, geht um
in den Städten und Köpfen,
sucht sich seine Opfer.
PSSST.
"Der Mond, Schlüssel
zum Universum." Alles bleibt
starr, stumm, nirgends
gesunde Verwirrung. Zufrieden
mit Krümeln, die von der
galaktischen Tafel fielen, gelähmt
in der Behaglichkeit des Lehnstuhls, erfüllt
von Ameisenstolz, gebärt
eine erblindete Menschheit
Gerüchte.


4

Kantinengerüchte, Waschsalongerüchte,
Schlafzimmergerüchte. Gerüchte
in Redaktionsräumen und Amtsstuben,
in Sprechzimmern und Wartehallen,
gehen um.
Gerüchte die das Gruseln lehren
und Gerüchte die Märchen sind,
Gerüchte die sich aufdrängen
und Gerüchte die Geld kosten.
Liebhaber-Gerüchte.
NEIN, DIE SONNE HAT KEINE KINDER,
UND IM WELTALL GEHT ES NICHT
GERADEAUS.
Illegale Gerüchte und Gerüchte
mit staatlicher Förderung.
Subventions-Gerüchte.
Gerüchte von Invasion und
Seuchengefahr, Gerüchte von
Himmelstüren und kosmischen
Hausierern, Gerüchte von
Hoheitsgürteln und Raumpolizei,
Gerüchte von galaktischen Hunden,
die ihr Revier auspissen.


5

Ein Heer von Gerüchten hält
die Menschen in Schach,
gewährleistet die öffentliche
Ordnung, das Chaos
der Meinungen.

Hinter vorgehaltener Hand
tauschen Frauen ihre Leibgerüchte aus,
Gerüchte von Gerüchten.
Lobeshymnen und Drohungen, Gerüchte
die Angst machen und Gerüchte
die trösten sollen. Glaubensgerüchte.
Gerüchte auf Flugblättern und
in Leuchtschrift an Hochhauswänden,
Telefongerüchte und Fernsehgerüchte,
Postwurfgerüchte, Gerüchte
auf Knopfdruck. Gezielte Gerüchte
zur Vorbereitung auf den Untergang,
akademische Gerüchte, Laborgerüchte,
mikroskopische Meinungen.
Gerüchte von Mutationen
gehen um bei den Mutanten, Gerüchte
vom Tod unter den Lebenden. Leben
auf, pflanzen sich fort, geraten
außer Kontrolle. Und manche,
manche überleben
ihre Erfinder.


6

Das Gerücht vom Anfang
des Endes, dem kein neuer Anfang
folgen wird. Atomgerüchte,
biologische Gerüchte, apokalyptische
Ahnungen. Erfüllen die Luft,
das Wasser, dringen ein
in Häuser und Gebäude, durch
Klimaanlagen und Leitungen,
überschwemmen Straßen und Plätze,
durchfluten Untergeschosse und
B-Ebenen und Heizungskeller, setzen
Städte, Bezirke, Länder,
Kontinente unter Wasser, unter
Druck. Setzen sich fest in der
Nahrung und Kleidung, nisten
auf der Haut und in
Gehirnrinden und Bäuchen, zwischen
Fingern und Fußzehen, keimen,
schlagen Wurzeln und wollen
nie, nie wieder
weichen.


7

Doch über allem, im luftleeren,
wasserlosen Raum, schwebt einsam
ein fremder Astronaut, erwartet,
erhofft sich, ersehnt
das große Erwachen. Zwischen
erblühten Welten, im duftenden
Lichtermeer, sonnt sich,
beobachtet,
schweigt.
Träumt sich hinab durch die
geschlossenen Dächer der Stadt
in Gedanken und Gehirne, in
die einstmals so üppigen,
sternerfüllten Köpfe, wo es nach
grünem Gras und frischen Früchten
roch, nach frischem,
grünem Gras.
Zu lange scheint dies alles
her zu sein. Zu viele
Mißverständdnisse, Verhängnisse
haben alles Wissen, jede Erinnerung
aus ihren Köpfen gebügelt.
Zu lange ist die Reise her
durch weiten Raum und engen
Mutterleib, die dich und mich und
alle Menschen auf dieses Raumschiff hier
verpflichtete. Zu kurz war sie
für einen Schnappschuß, ein Foto
zur Erinnerung - und doch
lange genug
für eine bleibende Sehnsucht.


8

Nur, wie die Wahrheit einer
anderen Wirklichkeit herüberretten
in dies dunkle Tal aus kontrolliertem
Glauben und beschränkter Hoffnung ?
Wie nur die zähe Leibermasse
durchdringen mit
dem Licht, das einem
schwachen Gedächtnis entspringt ?
Hilflos tastet stattdessen
der schwache Lichtstrahl einer kleinen
Bodenstation sich vor in die ewige,
lautlose Nacht und erfaßt
für einen kurzen Augenblick
eine fremde Gestalt. Kopfüber
stürzt sich der fremde Astronaut
in die Tiefe des Alls, sonnt sich
und wartet ab. In seinen
geduldigen Händen die Botschaft,
die keinen Empfänger findet. Zurück
bleibt Ratlosigkeit und stumpfes
Interesse. Doch nirgends
gesunde Verwirrung...






*  *  *  *  *






3. Gesang

DER GROSSE SUMMENDE GOTT


1

Diamantblaue Nacht, kristallene Leuchtspur
im Netzwerk der Erinnerung, geheimnisvolle
Gedächtnisgravur.

Doch in die Köpfe der Schläfer
halten Technokraten Einzug,
zerfasern, zerforschen, zerfleddern
jede Erinnerung. Treten ein
durch die Stirnfontanelle, mit
Meßinstrumenten und
Kontrollgeräten, mit Farbskalen und
Millimetermaß, im Dienst der
NEUEN RELIGION.


2

In Instituten und Laboren, hinter
verschlossenen Türen auf
Kreppsohlen in weißen Kitteln,
lautlos, unsichtbar, verstümmeln sie
ein Wissen anderer Art bis
zur Unkenntlichkeit, ihr
verstehbares Maß. Löschen
das ewige Wissen der Neugeborenen
und Greise, eingelasssen in
unsere Zellen, verschlüsselt,
doch nicht verschlossen, offen
der genetischen Erinnerung.
In ihren plumpen Händen
gerinnt der Mikrokosmos
zu zellularem Brei.
"Schon der Fötus sieht und
hört, erinnerst du dich ? (Wir
müssen wissen, wie er es macht,
und wenn wir ihn
zerlegen müssen.)"
All-Wissen als Versuchsobjekt
der Kaninchenwissenschaft.


3

In den Träumen der Technokraten sind
die Nächte stahlblau und die Wolken
organische Watte vor einem Himmel
aus Lackmuspapier. Auf der Sonne,
ihrem galaktischen Bunsenbrenner,
kochen sie den Kosmos klein.
(Eine unbekannte Flüssigkeit
im Versuchskolben: Mit den Augen
abendländischer Romantik entdeckt
der Mensch die Struktur
des Wassers.) Tägliche Exekution
eines Wissens ganz
anderer Art.

Nur DER GROSSE SUMMENDE GOTT weiß
mehr, spuckt Daten aus als
Löcher in endlosen Streifen.
Technokraten aller Länder
knien vor ihm nieder, erflehen
seinen kalkulierten,
unberechenbaren Segen.


4

ER ist überall. Wacht
über Nächte und Tage, registriert,
sortiert, nummeriert, datiert,
kontrolliert uns, die modernen
Sklaven. ER kennt alle
Namen und Vornamen und Geburtsdaten
und Familienverhältnisse,
unveränderlichen Kennzeichen.
Unbeirrbar, unbestechlich wacht
DER GROSSE SUMMENDE GOTT in seinen
heiligen Hallen, zwischen
verchromten Wänden, wacht,
befehligt,
schweigt.
SEINEN immerwachen Augen entgeht
nichts. Nicht der verspätete Zug und nicht
der ampelsündige Eilbote, nicht
der Rolltreppendefekt und nicht
die Einschaltquote, nichts.
Nicht die verlorene Quittung,
die aufgeholte Sekunde,
der durchschnittene Draht.
Kein Anruf, kein Wutausbruch,
keine schlaflose Nacht mit
angeknipster Taschenlampe,
nichts.
UND DAS FLEISCH WURDE MASCHINE,
UND DER STAHL WURDE GEIST.
Der große summende Wächter unserer
Nächte und Tage, allwissend und
allmächtig, übt
sich ein...


5

Es ist Nacht in den Gehirnen
und Gemütern der Technokraten, Nacht
wie es war über Bethlehem vor
dem Einbruch des Lichts. Nacht,
stahlblau und feuerfest, wie
der Himmel über New York, dem
"Bethlehem der Technokraten" (ein
Irrenhaus mit verchromten
Wänden).

Trotz allem aber träumen sie
vom Wissen, das keine Frage mehr
offen, keine mehr zuläßt.
Den Traum vom blinden Gärtner
und der Rose ohne Duft.
Den Traum vom Beischlaf mit
einer kybernetischen Hure.
Den Netzplan-Traum
von der Erzeugung
künstlichen Lebens.

Netze, feinmaschig, fangen
Bedenken auf. Unter den wohlwollenden Augen SEINER
SUMMENDEN GEEGENWART roden sie
dunkle Schneisen in
den Sternenwald, und viele
blinde Gärtner harken den
atmosphärischen Himmel.


6

Doch mitten im Traum von
Erlösung und Allmacht und
Fortschritt fordert DER GROSSE
SUMMENDE GOTT seinen Tribut.
Verlangt Versöhnungsopfer, kassiert
die Traumraten, verweigert
die Quittung. In die hungrigen Köpfe
der Schläfer schickt ER
seine Botschaft von Befreiung und
stählerner Wiedergeburt (sein
mechanischer Geist spinnt einen
perfekten Plan, und seine
glühenden Drähte entzünden
die Welt). Technokraten
eilen an die Krippe (zwischen
verchromten Wänden), geleitet
von reflektiertem Licht...






*  *  *  *  *






4. Gesang

TAGE UND NÄCHTE
IM STAHL-GLAS-PARADIES



1

In diesem Stahl-Glas-Paradies mit
defekten Menschen und glücklichen
Maschinen sind die Nächte endlos
und die Tage zu lang für
die lautlos Leidenden. Nirgends
ein Fluchtweg aus dem Reißwolf aus
Raum und Zeit, den drei
diktierten Dimensionen.
Keine Hoffnung, den Tagen
zu entrinnen durch Aufmerksamkeit
oder Ablenkung, keine Hoffnung,
an den Nächten vorbeizuschlafen.
Tage voller Angst vor dem
Spiegel der Nacht, Tage wie
Schlamm und gespickt mit
bleischweren Wünschen, Nächte
mit traumschweren Flügeln ohne
Landeplatz.

Tage an denen du lachen
möchtest, und Tage an denen du
nicht weinen kannst, Tage an denen du
keine Zeit hast für Gefühle. Tage
an denen du kein Zeitgefühl hast.

Tage mit verfrühten Morgen und
verlängerten Abenden, Überstundentage,
Tage des Auftritts und der Abgänge,
Bühnentage und Behördentage, Tage
der Pflichterfüllung, Tage
ohne Applaus.
Tage die nach Stunden zählen und
Tage die nach Sekunden zählen und
Tage die überhaupt nicht zählen.
Unerwünschte Tage,
unvermeidlicheTage,
Stechuhrtage,
Kalendertage,
Pflichttage,
pausenlose Tage.


2

Die seltenen Tage der Arbeit inmitten
vieler Arbeitstage. Tage der
Jugend und Tage der Frau und Tage
der Milchwirtschaft. Tage
des Automobils, Stolz und Fetisch
einer verblödeten kosmischen
Intelligenz (primitive
Konstruktion ein Motor ein paar
Wellen zur Kraftübertragung ein paar
Räder und Sitze für Gesäße das
ist alles; ein Steinzeitgefährt
in der Maske des 2. Jahrtausends).

Zufriedene Tage, selbstzufriedene
Tage, selbstvergessene Tage voller
Gelächter, traurige Tage ohne
Tränen, Tage mit Narrenkappe und
Luftschlangen um den Hals, Tage
zwischen Himmel und Erde.

Bescheidene Tage und Tage die
über die Stränge schlagen.
Verschwiegene Tage, verschämte Tage,
Tage die sich hinter Sonnenbrillen
verstecken, Tage mit hochgeschlagenem
Mantelkragen.
Vatertage und Katertage, Tage
mit Monatsbinde, Tage mit
Blindenbinde, Tage mit
Trauerbinde, endlose Reihe
von Tagen...


3

Tage die aus dem Gleichgewicht
kippen, umfallen und sich
nicht wieder aufrichten können,
gescheitert am Sturm oder
der Vergangenheit oder der
Einsicht in die Zusammenhänge, in das
vermeintlich Unabänderliche
des Daseins, des
Soseins.
Tage die
sich auf Eisenbahnschienen legen
und auf den 5-Uhr-Zug warten,
das Gesicht in Fahrtrichtung,
Tage die aus
dem Fenster springen im
achtundzwanzigsten oder achten Stock,
Tage die sich mit
Benzin übergießen, Protesttage,
Endzeit-Tage mit und ohne
Abschiedsbrief.


4

Feuerwehrtage mit Löschzügen
und Bränden und falschem Alarm,
Operationstage mit aufgeschlitzten
Bäuchen und vernähten
Augenbrauen, Schlachttage
mit Festgelagen und Sodbrennen,
Versicherungstage mit Prämienbescheiden
und Mahngebühren, Steuertage,
Zahltage, Wahltage, Tage unter
Neonlampen, Tage auf
weichem Asphalt.

Endlose Reihe von Tagen die sich
fortsetzt über den Kalender hinaus,
die nirgendwo hinführt und dann
ins Verderben. Dunkelheit
umgibt sie alle in diesem
Stahl-Glas-Paradies, von Kunstlicht
durchdrungen, kaum
erhellt. Nachts
darf man sie benennen. Im Dunkeln
schweigen die Maschinen, stellen
sich die Leblosen tot.
Aus ihren Träumen hörst du
lautlose Schreie, die Vorhänge vor
den Fenstern zittern
kaum, noch im Stöhnen ist
ihr Atem kontrolliert...


5

Nächte ohne Netz mit
doppeltem Boden und Trickschaltung.
Nächte lang wie ein Theaterabend
in vielen Aufzügen ohne Vorhang,
wie eine Westernserie auf
dem Bildschirm des Simulators,
Nächte lang wie eine Ewigkeit und
danach nichts.

Schlaflose Nächte die dann doch
in irgendeinen Traum münden
von traumlosem Schlaf, Nächte,
anstrengender als Tage,
ehrlicher.

Heldennächte denen kein Feigling
entrinnen kann durch Rollenspiel
oder Toilettenbesuch, Nächte für die
kein Tapferer eine Medaille erhält,
Nächte die jeder kennt und über
die keiner spricht. Individuelle
Nächte, Kollektiv-Nächte,
Regional-Nächte, National-Nächte,
Nächte ohne öffentliche
Konsequenzen.


6

Ampelnächte mit Dauerrot und
haltlosen Zügen, die durch Wände
in die Schlafzimmer brechen,
Nebelnächte mit Landeverbot ohne
Treibstoffreserve, Nächte mit
Konfettiregen im Wetteramt.

Automatennächte mit blockiertem
Rückgabeknopf, Nächte mit nackten
Tagesschausprechern und Ansagerinnen
so um die sechzig, Lottonächte
mit 49 gezogenen Gewinnzahlen,
Nächte voller Eigentore
der Heimmannschaft. Nächte mit
Demonstrationszügen von
Schaufensterpuppen durch
menschenleere Straßen, Nächte in
denen die Tonnen den Müll
ins Haus zurückbringen und im
Wohnzimmer zu Halden aufschütten,
Nächte mit kippenden Konserventürmen
in Selbstbedienungsläden,
Nächte mit endlos klingelnden
Registrierkassen.

Nächte mit Tonbandstimmen in
fahrerlosen U-Bahn-Wagen, Nächte
in denen die Gehirnpolizei
anklopft um nach
dem Rechten zu sehen, Nächte
mit Coca Cola-Zwang.


7

Nächte in denen Rosen mit Dolchen
über ihre Gärtner herfallen,
Nächte in denen die Scheiben
der Fenster in der Sonne schmelzen,
die Wände herunterrinnen und
die Straßen und Gehsteige mit
einer feinen Glasur überziehen,
die knirscht und splittert bei
jedem Schritt, Nächte
in denen du barfuß bist.

Nächte in denen du dich erinnerst
und Nächte an die du nie
erinnert werden möchtest. Nächte
an denen du dich erkennst.
Zerdehnte, durchlebte,
durchstandene Nächte, in Schweiß
gebadet, mit verdörrter Zunge,
rauher Kehle. Nächte
ohne Erholung, Nächte in denen
nur der Weckertod dich erlöst
aus der Stahl-Glas-Hölle mit den
tausend klingelnden Telefonen.
Nächte von denen
du hofftest sie würden
niemals so sein.


8

Und irgendwann zerreißt
dann ein neuer, im voraus verbrauchter
Tag die Schatten, verblaßt
die Erinnerung, dringt ein durch
die Poren der Fenster, wirbelt auf
die träge Atemluft, kühlt
die brennenden Augen, die glühende
Haut und den frischen Kaffee, der
heiß und stark durch deine Adern
rinnt und dich wach macht und bereit
für das Stahl-Glas-Paradies und
den Aufgang der tausend
künstlichen Sonnen...






*  *  *  *  *






5. Gesang

KULTUR DER KULTE


1

Und immer noch ist nirgendwo
ein Traum in Sicht, ein Traum
von einer Wirklichkeit, die
anders ist. Die Friedlichkeit
der Sterne, ihre berstende,
verträgliche Vielfalt, sie
könnte Vorbild sein, und doch
war sie es nie.

Nur Platon träumte kühn
vom Kosmos und der Menschenwelt und
einer einzigen Idee, die alle
bindet, alles hält. Von niemandem
verstanden, versickerte sie
im roten Sand beim Aderlaß
unserer Kulturen, die nichts
bewahrten als den leblos leichten
Leib aus Kulten und Zeremonien.

Unsere Kultur wird längst
nicht mehr von Dichtern, Denkern
mitbestimmt, und kein Druide
findet einen Platz im Parlament,
im Stadtrat, im Bezirksvorstand.
Zwischen den Bänken aus
gediegener Eiche sprießt allein
das Unkraut neuzeitlicher Kulte,
bestimmt das Denken, Träumen,
Handeln.


2

Und auch die Dichter sind
nicht mehr wie wir sie wollten.
Als Produzenten, Macher stehen sie
jetzt Schlange vor den Wortfabriken,
aus denen leichte Muse fließt,
locker-luftig, Sprachsuppe,
Gedankenbrei, Ideeneintopf.
In Werbeagenturen, Redaktionen, in
Lektoraten stehen sie im Dienst
der allgemein beredten
Sprachlosigkeit. Zwischen Buchrücken
in Ledergarnituren gezwängt, bewacht
von Auflagen und Penetrierungswerten,
sitzen, lassen sich die Worte
einzeln oder nach Gewicht
vom Mund aubkaufen, liefern
auf Bestellung.
Und auf der Strecke bleibt ihr
einstmals besseres Wissen, ihre
3-Sterne-Botschaft weicht dem
bunten Schutzumschlag, aus ihren
köstlich ungezähmten, tausend
losen Gedanken weerden nur papierne Alibis, ein fromm
frisiertes Massenfutter für
Gedankenlose, die
so bleiben sollen.


3

So also freie Bahn den Kulten,
den Star-, Begabungs- und
Personenkulten, freie Bahn
für die Bewußtseinshierarchie,
für den Rassismus des
Intelligenzquotienten.
Kultur wird Ware, stirbt
im Warenkult, Ästhetik wird
Acrylschönheit, aus Reizen werden
Cola-Räusche, Geschmack verliert sich
in Genußkulten, die alles Flache,
Leere, Schale überdecken und
vergessen machen für einen
zu kurzen Augenblick - in
der Rechten Simmel, in der Linken
die mit Klimazone, klingelst
du dich frei.

Aus Eßkulturen werden Freßkulte,
aus der Eroberung der Welt ein
Höher-Schneller-Weiter-Rausch, aus
der Notwendigkeit zur Sauberkeit
ein Reinheitskult, Waschzwänge,
das Bedürfnis, sich herauszuschälen
aus der alten Hülle, sich
zu finden in den Dingen,
Gegenständen, der Rausch der
Selbstverwöhnung, der Versöhnung
mit sich selbst, der Rausch
des großen Reinemachens, der Weißheit
letzter Schluß.


4

An Menschenstelle rückt die Rolle,
Maskenkulte, Ego
statt Persönlichkeit, Identitäten
werden käuflich auch
in kleinen Raten, die Radarsuche
nach sich selbst im Warenhaus
der Attribute, der portionierten
Individualität.
Die Sehnsucht, wer zu sein,
beachtet, beglaubigt, beglückwünscht
zu werden, Profilneurosen, die
Hoffnung, einen Händedruck, eine
Unterschrift wert zu sein, und sei
es nur auf dem Formular des
Briefträgers für ein Einschreiben
vom Finanzamt.

Die Brille gibt dir ein Gesicht,
der Anzug Haltung, die Schuhe
Halt, so spielst du mit.
Identifiziert, in Akten abgelegt,
leicht aufzufinden, herzustellen
bei Bedarf, auf Paßfotos erkennbar,
stechkartenchiffriert -
die Rolle funktioniert.


5

Die Denker, Schreiber selbst
sind aufs Philistertum gekommen,
kein Menschenbild, kein
mittelfristiges Konzept von Leben
und Erfüllung findet sich in
ihren Worten, kein handhabbares
Maß einer Vernunft, die uns
uns näher bringen könnte, und weg
vom Kult des Geldes und der Leistung,
vom Kult verarmten Adels,
reichgewordenen Straßenräubertums,
vom Kult des Müßiggangs, vom Kult
der roten blauen Ameisen, kein Wort
davon - und zwischen ihren Zeilen
gähnt die Leere.

Kein Wort, und keine Ahnung
vom Kosmos, Menschen, von der
Wissenschaft, von zeitgenössischer
Erkenntnis, Logik, keine Idee
vom Universum, einer anderen
als ihren zwei holzfreien
Dimensionen. Von Bertrand Russell
nie gehört, von Einstein mal
ein Bild gesehen, von Campanella mal
im Lexikon gelesen. George Orwell
gilt für sie als Tierzüchter
und Farmbesitzer, Huxley klingt
für sie nach Schweinebraten, Chomsky
nach einem neuen Wintersportvergnügen,
und Morris kennen sie als Automarke.
Blochs konkrete Utopie
ist ihnen viel zu nebulös, Orgon
halten sie für eine Anti-Baby-Pille,
und Alphawellen für die clevere
PR-Erfindung eines bekannten
Nordseebadeorts...


6

So blüht der Kult der
Ahnungslosigkeit, des Schein-Wissens,
der totgeredeten Erkenntnis.
Kein Literat trat wirklich ein
ins Zeitalter der Wissenschaft,
sie alle finden in der Maserung
des Holzes ihres Schreibtischs
soviel verzweigte Wege ihrer
Phantasie wie ihnen Worte
zur Verfügung stehen, sie alle
fertigen Modelle voller Einfalt,
Gemälde von Blindenhand, sagen
nichts.

Wo ist der Literat, der sich
noch wundern kann ? Wo ist
die wirkliche Literatur, die alles
wahrnimmt, manches für wahr hält
und vieles für wahrscheinlich ?
Die wirklich starke Poesie, die
Ahnung hat und Ahnung gibt von
einer Welt, die größer, schöner und
bedeutender sich anfühlt, schmeckt
als unsere Instantwelt ?

Nur die Erinnerung an Jean Paul,
den ersten kosmischen Denker der
Literaturgeschichte, und "Hut ab"
vor den Kosmologien von Hayward,
Hesse, Whitman. Doch dann,
beklemmend, sturmlos Stille.
"Wie in einem Wasserglas..."






*  *  *  *  *






6. Gesang

ALLES KLAR ZUR APOKALYPSE


1

Es ist die große Zeit der
Pathologen, wie immer vor
einem Untergang, einer Wende.
Es ist die Zeit der Lehren
und Irrlehren, die Zeit der
allesvernichtenden Ratlosigkeit.
Morgens vor deiner Tür stehen
die Gurus Schlange, die
Menschheitsretter und Welterlöser,
warten, dienen sich an, dir
die Aktentasche ins Büro zu tragen.
Und wirfst du sie raus, dringen
sie ein durch die Hintertür.

Es ist die große Zeit der
Wunderheiler und Heilwunder,
die Zeit der unheilbaren Wunden.
Die Zeit der Diäten und Wallfahrten
und Anrufungen. Kein Wunder,
bei soviel gelebtem Wahn, soviel
verdautem und wiedergekäutem
Gedankenkompost, der überall
zu jeder Zeit aus allen Sendern
und Kanälen quillt und alles
im Raum mit weißem Schaum
überzieht.


2

Es ist die Zeit des Schwörens
und Abschwörens, der Gelübde
und Gelöbnisse, der falschen
und ernstgemeinten Besinnung,
der unhaltbaren Versprechungen.
Ruhelose suchen die Ruhe, Sündige
ihre Unschuld, die Unbarmherzigen
suchen Barmherzigkeit und
die Lügner das Licht
der Wahrheit. Die Huren
klopfen an Klostertüren an, erflehen
Einlaß und Gefangenschaft, ihre
Schenkel zu kühlen in
geweihten Hallen, die Nonnen ziehen
in Sonderbussen zum Standesamt
in Gottes Namen. Die Redner
suchen die Einsamkeit, das Publikum
drängt auf die Bühnen, Eremiten
verbrüdern sich in
verräucherten Sälen und
Vortragshallen.

Es ist die Zeit gestammelter
Geständnisse und öffentlich
bekannter Reue. Die Wartezimmer
sind voll davon, die Aufzüge,
die Waschräume.

Die Gewaltlosen suchen die
Schlägerbanden, lauern
ihnen auf und stellen sich
zur Verfügung, die Opfer suchen
ihre Mörder, ein jeder tut Buße
auf seine Art.


3

Es ist die Zeit der Stiftungen
und Sammlungen, die Zeit
der hilfebedürftigen Helfer.
Spendenquittungen dienen
als Kissen, daunenweich
wärmendes Mitgefühl. Doch
unter dem Laken friert
die Angst.

Es ist die Zeit der Kulte und
Kniefälle, der teuren Opfer, die Zeit
der leeren Kirchen und überfüllten
Tempel. Gib Acht
auf ihre Worte, wenn du
in ihre Nähe kommst, gib Acht
auf ihre Taten. So mancher wünscht
der Menschheit erst den Untergang,
um sie dann retten zu können,
so mancher liebt vor allem
seinen Pfauenthron. Und neben
dir steht einer blutend
im Gewühl, blutet und lacht,
geduldig, schweigt, bleibt
unbeachtet, unbemerkt von den
Blitzlichtern der Fotografen, den
surrenden Kameras, dem segnenden
Scharlatan, der gebeugten Menge. So
wie es schon lange
geschrieben steht...


4

Es ist die Zeit der Schlaftabletten
und Leistungskapseln, der Lebensführung
in Pillenform. Muntermacher
machen Müde munter, Tranquillizer
sorgen sicher für Grabesstille in
Gedankengrüften.

Es ist die Zeit der Räusche
und Phantome, die Zeit der
Psycho-Emigranten. Die tägliche
Dosis RNS, der Rückzug
in die Gehirnrinde, das große
Spritzenglück. Verschiedene Etagen
der Innenwelt, heiles Museum
einer kaputten Welt.
INSTANT YOGA - OUTER SPACE -
INNER LIGHT -
Fahrpläne aus der Haut.

Es ist die Zeit der Todessehnsucht,
der Gedankensprünge ins
Niemandsland, der Erweiterung
ohne Bewußtsein. Die Zeit der
großen Mißverständnisse...


5

Es ist die große Zeit der kleinen
Tode, die überall hilfreich die Hand
dir reichen, die knöcherne,
elastische, aus jedem Anlaß, bei
jeder Gelegenheit. Da ist
der kleine Tod beim Einkaufssprint
vor Ladenschluß, der kleine Tod
beim Begrüßen des Hausmeisters,
der kleine Tod beim freundlichen Gruß
an die Ehefrau.
Der kleine Tod beim Blockieren
der linken Fahrspur auf der Autobahn,
der kleine Karrieretod beim
Untergang eines Ideals im Kompromiß,
der kleine Urlaubstod
im Vorjahreshotel. Der kleine
Reklametod beim Aufhängen
der Trockenwäsche, der kleine
Gesinnungstod bei der Lüge aus
Not oder Scham oder Eitelkeit,
der kleine Verkehrstod beim Räumen
der linken Spur für den Schnelleren.
Der kleine Resignationstod, der
kleine Fernsehtod, der kleine
Zigarettentod, die vielen kleinen
Tode, Wechsel und Raten
der Ohnmacht.


6

Es ist die Zeit der Umkehr
aller Werte, die Zeit der wahren
Lügen, des Fortschritts im
Rückwärtsgang. Doch da es alle trifft,
fällt keinem etwas auf.

Die Nichtschwimmer melden sich
zur Marine, die Asthmatiker
zum Bergbau, die Schwindelfreien
zum Bodendienst. Die Erfolgreichen
beten um ein bescheidenes Versagen,
die Armen beneiden die Reichen
nicht mehr. Die Ratgeber bleiben
die Antworten schuldig, den Quizmastern fällt
keine Frage mehr ein.

Verbraucherverbände protestieren gegen
Verbilligung der Agrarprodukte,
Gewerkschaften gegen Tariflohnerhöhung,
Ölkonzerne gegen Benzinverbrauch.
Banken verweigern den Geldumtausch,
Makler umwerben die Mieter,
die Wucherer senken die Preise.
Niemand schöpft Verdacht.


7

Es ist die Zeit der Angst und
Verzweiflung, des blinden Hasses,
falscher Wut, gerechten Zorns.
Die Zeit der gerichteten Richter
und gehenkten Henker, der Rache
am eigenen Blut.

Es ist die Zeit versuchten
Ausbruchs, der geknackten Gitter
in Laufställen und Metallbetten,
die Zeit des Ausbruchs aus
den Gewohnheiten und Abläufen und
dem immergleichen Rhythmus der Rufe
der Pflicht, aus zäher Wiederholung
und seltener Variation der Gänge
und Gesten und Gespräche, des
Wartens und Handelns und stillen
Erduldens, die Zeit des Ausbruchs
aus dem selbsterdachten Gefängnis.

Menschen öffnen sich die Hemden
und fluchen beim Anblick ihrer
Baustellen, ihrer Sitzgarnituren
und Fertiggerichte, Menschen schaffen
sich die Krawatten vom Hals,
Menschen platzt der Kragen.
Menschen lachen beim Anblick ihrer
Politiker und weinen beim Gedanken
an ihre Kinder, Menschen überqueren
ihre Straßen bei Rot, mißachten
Zebrastreifen, fahren schwarz...


8

Nicht lange wird es mehr dauern und
der Ausbruchsstimmung verfällt
das ganze Land, mit Insassen
und Wärtern und Verwaltungsbeamten
und dem Reinigungspersonal. Menschen
trumpfen auf, Menschen schlagen zu,
Menschen laufen Amok.

Menschen zerschlagen die Scheiben
der Bürosilos und Kaufhäuser,
seilen sich ab an der Außenwand,
aus der Buchhaltung oder
dem Konferenzraum oder
der Spielzeugabteilung, aus der
Abteilung Damenwäsche oder dem
Lohnbüro, seilen sich ab und
verschwinden im Untergrund oder
im Gewühl des Berufsverkehrs.
Menschen mit fahlen Wangen,
fiebernden Händen, flackernden Augen,
mit wirren Haaren und wächserner
Haut, malmenden Kiefern, streben
berechnend durch verbotene Türen
nach draußen, zerschlagen
die Seitenscheiben ihrer
eigenen Autos, knacken
das Zündschloß, fahren davon, fahren
allem davon.


9

Fahren in tödlichem Tempo durch
Einbahnstraßen in gegenläufiger
Richtung, brechen maskiert in
die eigenen Wohnungen, Keller ein,
schleppen davon was sie tragen können,
verkaufen das Zeug
auf dem Schwarzmarkt, verbrennen
das Geld vor den Filialen
der Banken oder schenken es einer
Toilettenfrau. Menschen überfallen
Menschen auf offener Straße, ihre
Brüder und Schwestern und Nichten
und Tanten, ihre Eltern und
Großeltern, stechen ihnen
den Brieföffner, das Jagdmesser,
das Tranchiermesser in den Leib, das
sie von ihnen zu Weihnachten als
Geschenk erhielten, und rauben ihnen
die Uhr, die Geldbörse, das Amulett,
das sie ihnen schenkten, sie
machen nicht einmal vor
sich selber Halt. Trinken Salzsäure,
hacken sich Finger und Arme und
Beine ab, stechen sich
in den Unterleib, kratzen sich selbst
die Augen aus.

Sie belästigen ihre eigenen Frauen
mit obszönen Anrufen und verstellter
Stimme von Telefonzellen aus, drohen
mit dem Raub ihrer eigenen Kinder,
verüben Anschläge, fordern
Lösegeld...


10

Es ist die Zeit des Kleinkriegs auf
offener Straße, der Schlachten in
Parkhäusern und an Wühltischen und
in Schnellrestaurants, die Zeit der
unheilbar brennenden Wunden.

Es ist die Zeit der Heckenschützen
und Hamsterkäufe, der Rüstungsdementis
und Fotos von Kindern auf überfüllten
Spielplätzen und in Bombenkratern,
die Zeit überraschender
Diplomatenbesuche, in der man wieder
heftig übers Wetter streitet.
Menschen rollen ihre Teppiche
zusammen, kellern ihre Träume ein,
polieren Eheringe und Goldplomben.
Selbst die Zeiger der Normaluhren
ticken in seltsamer Hast
ihre Sekunden aus. Und so
ist endlich alles klar
zur Apokalypse...






*  *  *  *  *






7. Gesang

IM MORGENROT DER NEUEN ZEIT


1

Und doch steht eine neue Zeit bevor,
goldene Jahre und
Jahrzehnte in einer
veränderten Welt. Die alte
hat sich selbst längst überlebt,
das kosmische Gesetz geleitet sie
ins Grab. Und ehe es nur einer
merkt, gehört er zu den Toten oder
er hat überlebt.

Doch keine neue Zeit der großen Reden
kleiner Leute, kein neues Zeitalter
mit Pauken und Fanfaren und
Kinderchören auf Emporen. Kein
neues Zeitalter mit Stunde Null
und Säuberungsaktionen, feierlichen
Schwüren. Davon
hatten wir genug.

Die neue Zeit ist längst schon
angebrochen, lebt
in unserem Denken, denkt sich
ein neues Leben aus. Räumt auf
in Küche, Keller, Kleiderschrank,
stellt Leben, Lachen, Liebe
in den Mittelpunkt. Ist keine
Antithese, weil sie keine
These kennt, krempelt nicht um
und wendet nicht,
ist neu.
Und wenn du mich verstehst, bist du
der neue Mensch, und wir
sind endlich wir.


2

Doch nicht der neue Mensch aus
der Retortenzüchtung, nicht diese
Kreuzung, Mischung aus
Geheimlaboren, und nicht ein
neuer Mensch, der einst
aus wolkenlosem Himmel fallen
wird, direkt ins Kripplein, allen
zur Bewunderung. Solch ein
neuer nicht.

Der neue Mensch bist du, und
seine Zeit ist das, was jetzt
geschieht. In dieser
neuen Welt ist nirgends mehr
ein Rest von Dunkelheit, kein Schatten
findet ein Gesicht, auf dem er
wohnen kann. Kein Auge hat mehr
Raum für feuchte Trauer, kein Herz
für flirrenden Zorn, keine Stirn
für faltige Wut. Kein
Männergesicht, kein Kindergesicht
und kein Gesicht einer Frau.

Mit hellen Augen singen alle jetzt
von Freude und gelebtem Frieden,
laut und heiser, zart und still,
als Licht für andere im Licht
der anderen, sind wie sie immer
schon sein wollten: furchtlos,
glücklich, schön und frei...


3

Schön wie die Menschen von Atlantis
und wie ägyptische Königinnen, frei
und schön wie die Krieger
der Azteken und die Goldschmiede
der Inkas, natürlich schön
und frei. Schön wie Apostel und
die Frau, die sich zwölf Kinder gebar
von zwölf oder vierundzwanzig Vätern.
Schön wie Methusalem und schön
wie der junge Mozart. Schön wie
der alte Zeitungsverkäufer,
der dir das Neuste aus
seinem Garten erzählt, mit kaum
kontrollierter Stimme, und schön wie
die Platzanweiserin, die dich ganz
nach vorn schmuggelt im Konzert
der untoupierten Sängerin, Männer
und Frauen, schön wie kaum
ein Gestirn.

Frauen die schön sind übers
Altern hinaus, ohne Tand und
totgeschminkte Gesichter, Frauen
für die es sich lohnt, die Welt
in ein Paradies zu verwandeln.
Tüchtige Frauen mit Geschmack, die
zärtlich sind und phantasievolle
Gewänder tragen mit Sonnen und Monden
und Regenbogen bestickt, Frauen die
kluge Töchter und sensible Söhne
gebären, Frauen die kosmisch
denken können, Frauen die
denken können.


4

Frauen die nicht aus dem Mund
oder zwischen den Beinen nach
kandierten Kirschen riechen, Frauen
die keine Generation falsch
erzogener Kinder auf den langen
Weg in die Zukunft schicken,
mit gebügelten Haaren und
verdorbenen Mägen, Kinder die nicht
im bloßen Sterben zugrunde gehen,
irgendwo im Gewühl der Leiber
stecken bleiben und nicht mehr
vorwärts können und nicht mehr
zurück, erstarrt auf dem Stuhl
eines Abteilungsleiters oder
im Glashaus eines Portiers,
auf dem Gesäß eines Managers oder
eines Politikers, am Anfang
oder am Ende eines
Fließbands, vor einer
Verpackungsmaschine, einer
Werkzeugmaschine, einer
Frankiermaschine, in einer Bank
oder Matratzenfabrik oder
Brotfabrik, im Ersatzteillager,
im Vertriebsbüro, im Konferenzraum.

Keine solchen Frauen, und keine
ratlosen Männer,von denen die Jugend
nichts lernen kann als Haß
und Habsucht und Knechtschaft. Keine
mißratenen Frauen die ihre Männer
unzufrieden machen mit sich und
allem und haltlos und sie anstiften
die Welt in Brand zu stecken oder
in die Luft zu sprengen aus lauter
Unglück und Ratlosigkeit, keine
solchen Männer.


5

Männer mit und ohne Bart, Männer
mit festen Lippen und ohne Gewehr
und Tornister, ohne Gepäck und
zentnerschwere Vergangenheit und
persönliche Geschichte, Männer mit
viel Gegenwart und auch ein wenig
Zukunft, Männer mit Schultern
für Frauenköpfe, Männer mit Köpfen
voll Wissen und Liebe und Licht
und Geduld, Männer die auch mal
eine Idee haben, Männer mit Phantasie.

Männer die wissen wer sie sind und
warum und die mit ihrem Leben etwas
anzufangen wissen. Männer.

Keine Memmen mit Siegelring und
Krawattennadeln, mit bleichen
Gesichtern und Büromief im Haar
und dem Geschmack von Freiheit und Abenteuer
aus der rotweißen Faltschachtel.


6

Männer die ihren Blick ohne Furcht
zu den Sternen richten können, ohne
Angst daß ihnen der Himmel auf
den Kopf fällt, Männer die auch mal
einen Meteor fangen würden und
zurückwerfen ins kosmische
Spielfeld, Männer die mutig
genug sind zu singen und laut
zu lachen, Männer die mutig genug
sind zu lieben und Freunde zu haben
und bescheiden zu sein, Männer
die mutig sind.

Männer mit Frauen die wissen wie
man Brot backt und die Sterne
deutet. Männer die sich eine Welt
ausdenken können und solange nicht
ruhen bis die Welt so ist, Männer
mit magischen Frauen mit tiefen
Augen, Frauen die im Dunkeln allein
keine Angst haben, keine Angst
mehr haben müssen.

Männer und Frauen die alt werden
können ohne Zittern und Albträume,
ohne senile Gebärden und stumpfe
Augen, die wirklich alt und weise
werden, Greise voll Freude und
lichtem Verständnis, lächelnder
Einsicht.


7

Keine siechen Rentner mit triefenden
Mäulern und weichen Gehirnen,
hingehängt an Krücken und Stöcke oder
auf Parkbänke geschnallt, sinnloses
Zeug brabbelnd bis in den Untergang
der Sonne hinein, keine
Kaffeefahrtleichen mit zitternden
Wangen und asthmatisch schnaufenden
Lungen, die nichts wissen von
Leben und Tod und Wiedergeburt, die
in den Särgen der Altersheime
aufbewahrt werden und
zur Fütterungszeit herausgehoben und
aufgestellt der Reihe nach, keine
zerfurchten Leiber mit Ausgangsverbot
zum Schutze der Autofahrer, von
porösen Knochen kaum
zusammengehaltenes Fleisch, mit
erloschenen Augen und geschrumpften
Köpfen, kaputtgemacht,
zugrundegerichtet, kleingekriegt.
Solche Alten nicht.


8

Und eine Welt, die keinen mehr
kaputtmacht, zugrunderichtet.
Eine Welt voll Heiterkeit und
Arbeit und Lebensfreude, voll Sinn
und Bezug auch im Müßiggang, eine
Welt ohne Träume, eine Welt
von der niemand träumen muß.
Eine Welt ohne Macht und
Maßlosigkeit,ohne Heiserkeit und
Hysterie, eine Welt des
Friedens und Gleichgewichts,
eine Welt, wie du sie dir schon
immer gewünscht hast.

Eine Welt in der Menschen
glücklich und Hand in Hand im
Sternen-Express unbeirrbar
heimwärts leben. Eine Welt voll
Lösungen und Liebe, die alles
umfaßt, alle Menschen und alle
Tiere, jede Frucht, jedes Gemüse,
jede Blume, jedes Gras, jeden Stein,
die Sonne, die Sterne, den ganzen
Kosmos. Lösungen
die nicht rot sind und nicht
dunkelrot, nicht braun und nicht
schwarz und nicht bonbonrosa,
Lösungen die jede Farbe haben und
jede Hautfarbe, jede Schattierung
und jedes Muster, Liebe und
Lösungen, vielfältig bunt wie
die Farben des Regenbogens, die
sich treffen und vereinigen im
Fokus zu reinem
weißem Licht.


9

Ein Leben so klar und rein und
einsichtig wie das eines Kindes vor
der großen Dressur, ein Leben ohne
Geheimnisse und faule Magie, ein
Leben das duftet und atmet und
denkt und nichts tut oder alles.
Leben das mitschwingt in den
Frequenzen kosmischer Harmonie,
Leben das im Tod nicht endet sondern
sich fortsetzt ins Unendliche... -
Ein Leben das menschlich ist, von
Menschen für Menschen gelebt. Ohne
Menschen die Menschen bekriegen,
besiegen, beherrschen wollen,
abschlachten oder verachten im Namen
einer Idee oder eines Glaubens oder
eines Prinzips, ohne Menschen
die Menschen leiden machen für
Herrschaft und Macht oder mehr
Ansehen und Selbstachtung oder einfach
für ein wenig mehr Geld, ohne
Menschen die Menschen übverfallen und
berauben eines Landes oder eines
Lammfells oder eines Goldzahns wegen
und sie dann liegen lassen, den
Geiern und Giftgasen zum Fraß.


10

Denn Menschen werden wieder
wie Menschen gemeinsam atmen und
lachen und schweigen können, im Gras
liegen und die Wolken beobachten,
und Menschen werden Menschen wieder
glauben können und vertrauen ohne
Zeugen und notarielle Unterschrift,
ohne Türspione und Angst
vor Kleingedrucktem, und Menschen
werden wieder mit Menschen reden
können über Schönheit und Glück und
das unendlich langsame Wachstum
des Grases und der Bäume auf den
ehemals asphaltierten Straßen.
Menschen werden Menschen wieder
in die Augen schauen und umarmen
können, überall und ohne besonderen
Grund, Menschen werden
wieder menschlich sein.


11

Die neue Zeit ist das, und wir
sind die neuen Menschen.
Zum Zögern ist die Zeit zu knapp.
Handle, werde wer du bist.
Die alte Zeit ist lange schon
Vergangenheit, sie hat sich selbst
längst überlebt. Noch scheint sie
wahr zu sein, noch scheint das alles
seinen alten Gang zu gehen, und doch
ist alles längst schon hohl, taub wie
ein Ei, auf dem ein Eisberg brütet.
Den groben Sand der alten Zeit trug
längst ein starker Wind davon, die
alte Uhr ist abgelaufen, sie wird
nicht mehr ersetzt.


12

Doch niemand trennt sich leicht
von den gewohnten Dingen, Ansichten,
man hält ihnen die Treue bis ins
sternenlose Grab. Der gewohnte Weg
zur Arbeit, zum Sportplatz, zum
Homöopathen, der gewohnte Anruf
bei der Zeitansage, täglich
zur selben Zeit, der Blick in
den Briefkasten, der Griff nach
der Milchflasche vor der Tür.
Die Gewohnheit, daß alles
wie gewöhnlich läuft, keine Änderung
zu sehen beim kurzen Spaziergang
am Rand des Gesichtskreises, und doch
ist alles längst nur Erinnerung.
Alle Maschinen stehen längst
schon still, die Stadien sind
verwaist, die Ärzte treffen sich
in Wartezimmern guter Astrologen,
suchen Rat, suchen
ihre Patienten. Die leeren Flaschen
werden nicht mehr abgeholt, die Briefe
bleiben ungeschrieben, unfrankiert,
und eine weiche Tonbandstimme
verkündet ohne Leidenschaft
das Ende aller Zeit.


13

Nicht mal der Blick in deinen
Morgenspiegel bleibt dir noch, schon
steht die Welt, hält still.
Und irgendwo im Nachbarhaus
bricht eine Frau in
weinendes Gelächter aus.
Vereinzelt geht man auf
die Straße, hebt Scherben auf, hofft,
daraus noch ein Stück
der alten Zeit zu retten, an die
Wand hängen zu können hinter Glas.
Man trifft sich, tauscht Gerüchte
hinter vorgehaltener Hand.
Wer jetzt noch nicht versteht,
wird nie verstehen, wer jetzt noch
einsam ist, der wird es
immer bleiben. Gedanken werden laut,
die in den stillen Himmel weisen.
Gedanken von irdischem Untergang,
Sehnsucht nach kosmischer Rettung.


14

Andere glauben nicht. Die einen
träumen jetzt die Wirklichkeit,
die anderen fürchten sich vor ihr.
Die einen atmen kaum, die anderen
tiefer. Die Luft schmeckt allen
anders jetzt, in allen Lungen
tut sich was. Und niemand spricht,
die letzten Worte, die man jetzt noch
hört, sprechen sich selbst.

Musik wird laut, und immer lauter
nähert sich der heilige, kosmische
Klang. Den einen gehen
die Augen auf, die anderen
gehen unter. Der Himmel
teilt sich nicht, die Erde nur,
die Menschen, und wer noch
unentschieden ist, zerbricht.


15

Und ein Gesang hebt an aus
tausend Kehlen, und alle singen,
die einen und die anderen auch, und
singen laut, und niemand bleibt
jetzt still. Und der Gesang ist
klar zu unterscheiden, die einen
singen jetzt vom Licht, die anderen
sich selbst ins Grab, und der Gesang
der einen wie der anderen dringt weit
hinaus ins All, ist schneller als
der fremde Astronaut: Er wird daheim
nichts Neues mehr berichten.
Die Nachricht von der Erde wird
nur kurz sein, ach so kurz, und von
nichts anderem wird sie berichten
als schon der zweifache Gesang:
Die Neue Zeit hat alle alten
widerlegt, der "große Blaue" färbt
sich violett im Morgenrot der
Neuen Zeit... -


16

Doch im Moment steht alles still.
Die Zeit, die Menschen, stehen
wie gebannt. Und zwischen ihnen und
zum letzten Mal gehen Gerüchte um,
schleichen an Wänden entlang,
tasten sich durch Straßen,
finden keinen Schatten.
Sacht und verheißungsvoll, kraftlos
schon und doch verführerisch,
dringen ein durch Auge und Ohr und
können doch nicht lange bleiben.

Die einen träumen jetzt, die anderen
fürchten sich. Die Meinungen
zerrinnen, Irrtümer fallen aus
dem Nest in bodenlose Tiefen.
Von Hoffnung ist die Rede und
vom Sterben. Die Tage
und die Nächte auch kommen und gehen
wie früher die Minuten. Alle wissen,
daß etwas geschieht, doch niemand
weiß Genaues. Etwas geht
jetzt auf, und etwas stirbt. So
zerbricht die Welt,
schlüpft aus.


17

Aus allen Winkeln tönt es jetzt,
wird deutlich, bringt hervor. Stört
und zerstört die letzten Nebel,
strapaziert, wird zur Gewißheit.
Was Ahnung war, wird Sicherheit,
was hohl war, hebt sich auf.
Menschen wie Schatten
fallen zu Boden, stehen
wieder auf, rücken eng zusammen.
Zähne knirschen von Sand, Lippen
werden spröde, brechen auf, die
Fingerkuppen verändern unmerklich
ihre Linienstruktur. Hoffnung
färbt die einen blau, die anderen
Fieber gelb. Zum allerletzten Mal
gehen Gerüchte um. Planetarische
Träume, tellurische
Angst... -








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(C) 1971/1975/2001 by N.A. EICHLER
Alle Rechte vorbehalten /
All rights reserved
Erstveröffentlichung: 1975
NEW AGE EDITION, München
(90-Min.-Cassette & Textbuch,
vorgetragen und vertont vom Autor)

Quellenhinweis:
Unter Verwendung von Begriffen
und Montage von Sätzen aus der
französischen Zeitschrift "PLANETE",
deutsche Ausgaben 1-6/1968
(durch Versal-/Kursivschrift oder
Anführungsstriche hervorgehoben)





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